Ortsverein Neuffen - Beuren - Kohlberg

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Rührig ist er, der neue Bürgermeister.  Hat er doch erkannt, welch' touristisches Potential  in Neuffen steckt. Nach Wohnmobilstellplatz und Kneippanlage nun etwas ganz Großes, einen Golfplatz für Neuffen.  Dafür begeistern konnte er, obwohl sich das Ganze zunächst so utopisch anhörte wie der Bau einer Seilbahn vom Bahnhof auf den  Hohen Neuffen.

Und dann stand es in der Zeitung, schwarz auf weiß: .„Gemeinderat soll über Golfplatz entscheiden". Hoppla!

Die GemeinderätInnen lasen dann in ihren Sitzungsvorlagen, dass seitens der Verwaltung „Vorschläge aus der Neuffener golfenden Zunft" - wie man zu einem Golfplatz kommen könnte - aufgenommen wurden. Die Verwaltung schlug vor, einer Untersuchung zum Bau eines Golfplatzes zuzustimmen.

Inoffizielle Wünsche von inoffiziellen Initiatoren mündeten also in einem offiziellen Antrag der Verwaltung.

Doch das Wünschen half nichts. Es wurde nichts mit der 18-Loch Golfanlage. Der Gemeinderat lehnte ab. Ein Landschaftsverbrauch von 75 Hektar, Eingriffe ins Landschaftsschutzgebiet, Verlust von wertvollen Ackerflächen, da konnte man nicht zustimmen.

Nicht dass die Sache nun vom Tisch gewesen wäre. Es wurde nun den „Antragstellern" empfohlen sich über mögliche Alternativen zum Bau eines Golfplatzes Gedanken zu machen.  Ehemalige „Ideengeber" mutierten so  zu „Antragstellern".

Doch wer waren sie denn nun, die Antragsteller?

Dies fragte man sich dann auch bei der Stuttgarter Zeitung. Ein Journalist richtete schließlich eben diese Frage an Bürgermeister Bäcker:   Dieser bestätigte, dass ein offizielles Antragsschreiben gar nicht existiere. Es seien lediglich „ein paar Leute in Neuffen, die dem Golfsport frönen" mit dieser Idee an ihn herangetreten, und er habe es dann übernommen diese in den Gemeinderat zu bringen. Er räumte allerdings ein, dass diese „Anonymisierung" etwas „nebulös" anmute.

Vernebelungstaktik? Zukünftig also Sitzungsunterlagen  sorgfältiger prüfen, „investigativ" sozusagen?

Nicht doch, wer wird sich schon an Begrifflichkeiten aufhalten wenn's um große Ziele geht.

Ist doch schön einen innovativen Bürgermeister zu haben. Jemand, der Vorschläge und Wünsche seiner Bürgerinnen und Bürger zu seiner Sache macht.  Da möchte man sich doch glatt was wünschen – wie wär's mit „Ende der Golfplatzdebatte"?

Ursula Funkenweh, Stadträtin

Selten hat ein kommunalpolitisches Thema die Neuffener so sehr bewegt, wie die Frage, ob wir einen Golfplatz hier brauchen würden oder nicht.

Aufs Tapet kam das Thema durch einen (Bild-) Bericht der Nürtinger Zeitung vor einigen Monaten. War zunächst völlig unklar, wo denn der Standort dieses potentiellen Golfplatzes sein sollte, kam Bewegung in die Sache dadurch, dass der Gemeinderat eine Untersuchung über mögliche Standorte in Auftrag gab.

 

Übergeordnete Behörden (u.a.Regeierungspräsidium) sollten rechtzeitig eingebunden werden, weil große Teile der Neuffener Gemarkung unter Natur-und Landschaftsschutz stehen. Für einen Golfplatz mit ca. 75 ha setzt das enge Grenzen.

 

Gerüchte waberten durchs Städtle: etwas Klarheit erhielten die Bürger an der Hauptversammlung des NABU. BM Bäcker stand dort Rede und Antwort und erläuterte anhand einer Präsentation den möglichen Standort und den möglichen Flächenverbrauch. Klar hatte sich im Vorfeld der NABU positioniert: sowohl der Landesverband als auch der örtliche NABU lehnten den Golfplatz eindeutig ab: der Eingriff in die Tier-und Pflanzenwelt sei zu stark, der Verbrauch wertvoller Ackerfläche abzulehnen.

 

Wir vom Ortsverein der SPD haben uns noch keine endgültige Meinung gebildet. Wir warten zunächst auf die Veröffentlichung der laufenden Untersuchung.

 

Zudem möchten wir belastbare Zahlen darüber, welche Vorteile die Stadt Neuffen von einem solchen Vorhaben hätte: würden die Golfspieler wirklich Geld in die Stadt bringen oder blieben sie auf dem Golfgelände unter sich , würden ihr Vesper und ihr Viertele in der geplanten Gastronomie dort zu sich nehmen ?

 

Zudem meine ich, dass man die Meinung der Bevölkerung erfassen müsste. Ob dazu eine Bürgerversammlung der Königsweg Weg wäre? Ich habe daran Zweifel.

 

Kann man von erfahrungsgemäß 150- 200 Teilnehmern dort von einer repräsentativen Mehrheit reden? Kann man aus den wenigen Redebeiträgen dort wirklich von „Volkeswille" sprechen?

 

Phantasie ist gefragt: könnte man z.B. im „Neuffener Anzeiger" nicht eine Art Stimmzettel abdrucken? Könnte man nicht von den "Piraten" lernen und das Internet zur Meinungsbildung heranziehen? Auf jeden Fall würde die Verwaltung und der Gemeinderat ein breiteres, repräsentativeres Stimmungsbild erhalten. Auch die Kosten dafür blieben im Rahmen.

 

Trotzdem möchte ich mich natürlich nicht so verstanden werden, dass auf eine Bürgerversammlung gänzlich verzichtet werden kann. Nur daraus ein repräsentatives Stimmungsbild abzuleiten, das verbietet mich m.E.

 

Ein solches Meinungsbild der Bevölkerung kann natürlich das Votum des Gemeinderates nicht ersetzen. Dieser muss letztendlich entscheiden in einer repräsentativen Demokratie. Aber auch für ihn wäre ein zuverlässiges Stimmungsbild der Neuffener Bewohner sicher hilfreich.

 

Wir dürfen auf den Meinungsbildungsprozess im Gemeinderat gespannt sein!

 

Hans-Ulrich Funkenweh, Vorsitzender des SPD Ortsvereins Neuffen-Beuren-Kohlberg