Ortsverein Neuffen - Beuren - Kohlberg

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Vor Kurzem hat die Landtagsfraktion der SPD in den Landtag nach Stuttgart eingeladen. Überraschend viele SPD-Kommunalpolitiker aus der Region, ja aus dem ganzen Land, folgten der Einladung. Erfreulich viele SPD-Bürgermeister waren ebenfalls anwesend. Die Veranstaltung war hochkarätig besetzt; u.a.:

  • Kultusministerin Gabriele Warminski-Leitheußer
  • Innenminister Reinhold Gall
  • Claus Schmiedel, SPD Fraktionsvorsitzender im Landtag
  • Norbert Zeller, Leiter der Stabsstelle im Kultusministerium
Ich habe an diesem Kongress teilgenommen und möchte kurz darüber berichten.
 
Michael Lucke, erster Bürgermeister von Tübingen, skizzierte die bildungspolitischen Schwerpunkte der Grün-Roten Landesregierung. So starten über 40 Schulen mit diesem Schuljahr mit der Gemeinschaftsschule. Weitere stehen in den Startlöchern. Die neue Schulart setzt weniger auf Klassen sondern auf Lerngruppen. Sie sind Ganztagesschulen und die Inklusion (Aufnahme von behinderten Kindern) ist zwingend. Für die Kleinkindbetreuung erhalten die Gemeinden rund 300 Mio. €.
 
Kultusministerin Warminski-Leitheußer erläuterte die Schulpolitik. Dass die soziale Herkunft die Bildungserfolge von Kindern bestimme, wie es auch jüngst wieder in wissenschaftl. Studien zu lesen war, hält sie für einen Skandal. Die Gemeinschaftsschule soll dies beheben. Die Förderung von benachteiligten Kindern soll frühestmöglich erfolgen. Wege dazu sind Sprachförderung und Schulsozialarbeit. 350 Mio € werden dafür vom Land eingesetzt. Zur Erinnerung: die alte „Mappus-Regierung" hat sich aus der Schulsozialarbeit völlig zurückgezogen und diese Kosten auf die Kommunen abgewälzt.
 
Fast unglaublich, dass es bis dato kein Computerprogramm im KUMI gibt, das über die exakte Lehrerversorgung Auskunft geben kann. Daran wird nun mit Hochdruck gearbeitet.
Als großen Erfolg wertete sie die Abschaffung der verbindlichen Grundschul -empfehlung in der 4. Klasse. Außer in Deutschland gebe es dies nur noch in Österreich. Die Grundschule habe in der Vergangenheit sehr erfolgreiche gearbeitet, OHNE nach Begabungen zu trennen. Weitere Neuerungen:
 
  • den Hauptschulabschluss kann man an der Gemeinschaftsschule nach der 9. oder der 10. Klasse erwerben. Der Erfolg dieser Neuerung zeige sich daran, dass jetzt schon 50 % der Schüler diesen Weg wählen.
  • auf Wunsch kann man in der 10. Klasse auch die mittlere Reife erwerben.
  • Abitur kann man an 44 Gymnasien im Land wieder erst nach 9 Jahren ablegen (G 9). Über 80 % der SchülerInnen und deren Eltern nehmen dieses Angebot , wo möglich, auch wahr. Eine absolute Erfolgsgeschichte also. Dabei binde das G 9 nur 120 Lehrerdeputate.
  • Bis 2020 sollen die Ganztagesschulen flächendeckend und bedarfsgerecht ausgebaut sein. Dieses Angebot bedeute heute schon für Gemeinden, die das anbieten, einen Standortvorteil für den Zuzug junger Paare.
  • Klar ist, dass die Gemeinschaftsschule für Lehrer eine neue Herausforderung darstellt. Fortbildung ist dringend notwendig. Ändert sich doch wesentlich die Lehrerolle: er soll Lernbegleiter sein; die Schüler sollten sich den Stoff im Wesentlichen in Lerngruppen selbst erschließen.
  • Die Schullandschaft sollte künftig mit Hilfe von regionaler Schulentwicklung gestaltet werden.
Nicht verkneifen konnte sie sich den Hinweis darauf, dass die alte Landes –regierung 8000 ! Lehrerstellen mit dem „kw Vermerk" (künftig wegfallend) versehen hatte. Niemand sagte, wie das kompensiert werden sollte. Da fallen die geplanten Stelleneinsparungen doch recht moderat aus.
Norbert Zeller, Leiter der Stabsstelle im KUMI, vertiefte das Konzept der Gemeinschaftsschule.
  • Bedingung für die Einführung: i.d.R. sollte sie zweizügig sein.
  • prinzipiell können alle Abschlüsse dort angeboten werden. Abitur dann, wenn mindestens 60 Schüler das nachfragen.
  • Bis zum Schuljahr 2015/16 soll es einen Bildungsplan für alle Schularten geben.
  • Die Leistungsmessung wird neu gestaltet: nur in Abschlussklassen oder bei Schulwechsel gebe es Zeugnisse. Ansonsten nur auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern.
  • Für die Einführung der Gemeinschaftsschule seien zwei Bedingungen notwendig: die Schulkonferenz der Schule und der Schulträger müssten sie bis zum 1.10. eines Jahres beantragen. Es gibt also keine Automatik; die neue Schule wird den Kommunen nicht übergestülpt!
  • Er zeigte sich überzeugt davon, dass die neue Schule ein Selbstläufer, ein Renner , werde. Verhindere sie doch, dass immer mehr Haupt-und Realschulen durch den demografischen Wandel geschlossen werden müssten.
Hinweis: Unser SPD Ortsverein wird am Donnerstag, dem 17. Januar 2013 um 19.30 h die wichtigsten Schularten in der Werk-und Realschule Neuffen vorstellen. Bitte beachten Sie die einschlägigen Veröffentlichungen
 
Hans-Ulrich Funkenweh, Vorsitzender des SPD-Orstvereins Neuffen-Beuren-Kohlberg